Auf nach Göteburg, Teil 1

Endlich Urlaub!

Da wir letztes Jahr in Gotland waren, haben wir uns dieses Jahr für Göteborg entschieden.

Mit einer Anfahrtstrecke von 280 Seemeilen eigentlich nicht weit, jedoch war uns klar, daß wir wohl nicht durchfahren können. Nach Gotland kann man in einem Schlag fahren, nach Göteborg muß man an Rügen vorbei und dann östlich an Sjaelland und Kopenhagen vorbei. Alles Gewässer, in denen man nie allein ist und alles mindestens 3 mal so schnell fährt, als man selbst.

Aber erst mal wollten wir gleich abends los – über das Haff – hoffentlich noch bis es völlig dunkel wird. Natürlich haben wir das nicht geschafft und der Neumond leuchtete uns (nicht). Dazu gab es noch keinen Wind, also lief die Maschine.

So tuckerte Selene auf einer älteren Tracklinie in Richtung Swinemünde.

Ja bis ich auf einmal Vogelgezwitscher hörte. Mitten auf dem Haff, bei Neumond und unter Maschine. Da konnte was nicht stimmen. Die Silhouetten der Vögel waren im faden Licht meiner 2-Farbenlaterne schemenhaft zu erkennen. Eigenartig war: Die Vögel saßen alle in ca. 1,5m Höhe über dem Wasser – Ein Stellnetz!

Also bin ich schnell ans Ruder und habe Selene um 180° herumgedreht, das war knapp. Nach einiger Zeit haben wir dann auch die (schwarzen) Begrenzungen des Netzes entdeckt und konnten das Teil umschiffen.

Dann ging es durch die Nacht Richtung Stralsund zur Rügendammbrücke (Ziegelgrabenbrücke). Am Wartedalben bei bestem Wetter haben wir dann erst mal gefrühstückt. Natürlich ging 20 Minuten vor Öffnung erst mal die Welt unter. Da der Wind auflandig stand und es zum Ufer hin schnell flach wird, kann man nur wenig Leine stecken. Also nichts wie weg dort, bevor die Klampe geflogen kommt.

Also sind wir schön vor der Brücke gedümpelt, bis mir auf einmal auffiel: Warum steht denn die Maschine bei 100°C? Das übliche Klopfen am Messgerät brachte keine Änderung. Also nachschauen. Als ich den Deckel vom Wärmetauscher geöffnet habe, war kein Wasser mehr zu sehen. Also habe ich schnell zum Teekessel gegriffen und vorsichtig Wasser nachgefüllt. Irgendwann kam von Claudi die Meldung

„Jetzt sinkt die Temperatur“.

Phuu .. gerade noch früh genug mitbekommen.

Da ist doch tatsächlich die Manschette gerissen, die Süß- und Seewasser trennt. Obwohl das Teil wie neu aussieht.

In Stahlsund habe ich dann mit einem Fahrradflicken die Manschette notdürftig repariert. Zudem habe ich mir Gedanken über den neuen Anker gemacht, der an Selene soll: Ein Rocna 20. Da ich das ausführlich im Video beschreibe, stelle ich das mal zurück.


Titelbild: Nicht wundern! Das ist nicht mein neues Kleid, sondern ein Treibanker. Wobei sich das Teil auch super als Regencape eignen würde…

Im nächsten Schlag ging es dann nach Dragoer. Eigentlich war Kopenhagen geplant, aber aufgrund der hohen Liegeplatzpreise haben wir dann doch davon abgesehen. Wie es der Zufall will gab es eine kleine Werft im Hafengelände.

Der Techniker dort: „Kein Problem, die Manschette bestelle ich -> Ist morgen 14 Uhr da!“. Ich war beeindruckt. Warum bin ich gleich nochmal 3h durch Stralsund gedackelt und habe gerade mal einen Fahrradflicken bekommen?

Ich weiß es auch nicht.

So blieb dann viel Zeit am Schiff noch etwas zu bauen (Stichwort: Achterkabine) und zu entspannen. Nach Göteborg wollten wir dann aber in einem Schlag fahren: Rund 135 Seemeilen.

Das gibt es dann im nächsten Teil.

2 Antworten auf „Auf nach Göteburg, Teil 1“

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