Schlauchboot

In oder besser „auf“ der Ostsee braucht man normalerweise kein Schauchboot/Dingi. Eigentlich kenne ich nur einen Hafen, in dem man nicht drum herum kommt, aber da darf man „normalerweise“ sowieso nicht hinfahren. Schaut man in Richtung Mittelmeer, dann schaut die ganze Sache schon anders aus. Zahlt man beim Chartern auf der Ostsee einen dicken Aufpreis für ein Dingi + Motor, ist das dort normalerweise inklusive.

Das mag zum einen an den unbezahlbaren Marinas um Italien und Kroatien liegen, zum anderen aber auch an den vielen Marinas, in denen es sowieso nichts gibt.
Da ich viele Jahre Griechenland als Chartergast besegelt habe kann ich aus Erfahrung sagen: Geh davon aus, daß es im Hafen gar nichts gibt – weder Strom noch Wasser, mit viel Glück eine Taverne. Dafür kann man sich sehr sicher sein, daß jeder heranwachsende Grieche ein Moped mit einem möglichst lauten Auspuff besitzt und dieses auch nutzen wird, um stundenlang die Uferpromenade auf und ab zu donnern. Untermalt wird das Ganze dann meist noch von einer Art Pressluftbude (Disco), die im „itzn-itzn-itzn-itzn“-Takt die Après-Ski Charts der letzten Saison rauf und runterleiert…
Naja – ganz so schlimm ist es nun wirklich nicht. Das Gute daran ist: Man muß notgedrungen mit den Leuten in Kontakt treten, sei es um etwas Eis für den Kühlschrank zu organisieren, oder um die leeren Wassertanks etwas voller zu bekommen.

Trotzdem – wenn man alles an Bord hat, dann steigt der Wunsch nach einer ruhigen Bade-Ankerbucht schon sehr. Und wenn man doch etwas braucht, hat man ja das Dingi.

Wie in meinem letzten Beitrag schon erwähnt, möchte ich mal in die Karibik und da man auf dem Weg dahin „notgedrungen“ an einigen Inseln vorbeikommt, liegt das Ankern schon sehr nahe. Sicherlich wird es auch mal die ein- oder andere Marina werden, aber ich habe eigentlich vor überwiegend den Anker zu werfen.

Also habe mich erst mal schlau gemacht, was es da so alles gibt. Das Angebot ist an Schlauchbooten ist gigantisch. Von preisgünstigen 50€ bis zur Mercedes-klasse mit jenseits der 2000€, wobei die Bauart des Bootes und das Material den Preis maßgeblich bestimmt. Da ich mit dem Beiboot auch mal einen Anker ausbringen möchte, war ein fester Boden schon mal Pflicht. Auch da gibt es mehrere Varianten, wobei ich mich dann für einen Aluminiumboden entschieden habe. Leider liegen diese Dingis bei den namhaften Onlineshops im 800+€ Segment.
Das war mir es aber nicht wert und habe beim netten Mann aus China praktisch baugleiche Modelle gefunden. Durch die vielen Detailbilder kann man sogar abschätzen, welches Modell da von AWN & Co. nachgebaut wurde. Die Boote werden unter den Namen „Ancheer“ vertrieben und es gibt 3 Modelle.

Da wir nur zu zweit sind, habe ich mich aus Platzgründen für das kleinste entschieden. Das gab es für schlappe 430€ mit Artikelstandort: Hamburg. Als ich dann die Trackingnummer erhielt, musste ich schon etwas lachen. Das Boot wurde von Prag per LKW geholt, dann praktisch an meiner Haustür vorbei nach Hamburg gekarrt und dann wieder per Spedition zu mir gefahren.



Das erste Aufbauen hab ich mal per Video festgehalten – den Boden in den Boot zu bekommen ist echt kniffelig, bzw. fehlt mir noch die richtige Technik.

Um das Video nicht zu langweilig zu machen, habe ich auch mal die erste Probefahrt mit meinem 1984er Evinrude, über den es in diesem Blog schon einige Beiträge gibt, mit rein genommen.

Die Bilder stammen von Arnager / Dänemark, als wir vor kurzem eine Woche Urlaub hatten und rund Bornholm gefahren sind.

Auch dazu werde ich noch einen Beitrag schreiben.

Eine Antwort auf „Schlauchboot“

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