Geschichte zu „Selene“ / Pläne mit dem Schiff

Auf SteemIt gibt es mittlerweile eine wirklich nette Vereinigung von Seglern. Diese hat sich nicht selbst gebildet, sondern wurde vom Nutzer: @ankapolo unter dem Psoydonym knOt ins Leben gerufen.

Anfangs wusste ich nichts so richtig damit anzufangen, wahrscheinlich weil ich auch einer der ersten Mitglieder war.

Wie dem auch sei, @ankapolo hat mich gefragt, ob ich etwas die Geschichte um Selene erzählen kann, damit er eine kleine Vorstellung der Mitglieder erstellen kann.

Vorab: Viel weiß ich nicht über die Geschichte des Schiffes, aber ich gebe mal das wieder, was ich weiß 😉

Mit der Rumpfnummer 66 wurde die kleine Dufour 1981 vom Stapel gelassen. Es gibt unterschiedliche Angaben, aber ich vermute es wurden etwa 240 Rümpfe dieser Dufour gebaut. Von dem Rumpf gibt es 2 Versionen. Eine On-Shore und eine Off-Shore Variante.

Die On-Shore Version sieht lt. Zeichnungen so aus:

Es fällt sofort die im Heck eingebaute Maschine auf. Dadurch gibt es keine richtige Achterkabine, sondern nur 2 Schlafnischen. Steuerbord seitig ist das Ende der Schlafgelegenheit gleichzeitig mit der Navigator.

Hier im Vergleich die Off-Shore Version:

Der Unterschied ist nicht zu übersehen. Die Maschine ist in die mittschiffs gerutscht, wodurch Platz für eine recht große Achterkabine wurde. Auch hat jetzt der Navigator seinen Namen verdient. Zu dem gibt es nun in der Achterkabine einen Waschtisch und reichlich Platz. Die Maschine befindet sich unter dem Sofa im Salon, wodurch praktisch kein Platz verloren geht. Außerdem ist sie von 3 Seiten (oben, rechts, vorn) komplett und von hinten durch eine größere Tür zugängig.

Selene ist die Off-Shore Version.

Zur Geschichte:
Das älteste Stück Papier sagt, daß das Schiff am 17. August 1982 in das Schiffsregister unter dem Namen „Kanina“ eingetragen wurde. Der Heimathafen war Hamburg und es war ein Eigner aus West-Deutschland (wir sind ja noch vor der Wende) eingetragen.

1981, La Rochelle/Frankreich, Werft von Dufour S.A.

Am 27. Mai 1987 wurde das Schiff im Schiffsregister auf das „Loseblatt-System“ umgeschrieben.

Das nächste Datum ist der 16. April 1991, als das Schiff unter dem Namen „Calvados“ im Schiffsregister auf eine Eignergemeinschaft von 3 Personen umgeschrieben wurde.

Ja „Calvados“:

Prost

(Quelle: Wikipedia)

Weiter geht es am 05. Januar 2001, als 1/3 des Schiffes einen neuen Eigner bekommen hat. Im Prinzip besteht das Ganze nur aus einem Vertrag und der entsprechenden Änderung im Schiffsregister.

Am 15. November 2016 habe ich mich auf die Verkaufsanzeige gemeldet und gleich einen Besichtigungstermin ausgemacht. Der sollte dann am 01. November sein.

Kurz ein kleiner Exkurs: Wenn man noch nie ein Schiff gekauft hat, macht man sich in der heutigen Zeit auf der „allwissenden Müllhalde“ schlau:


(Quelle: http://muppet.wikia.com)

Natürlich meine ich damit Google & Co. Was man da alles liest: Probeschlag, Bilge, Unterwasserschiff, Geruch, Maschine, Scharniere, Reparaturen, Betrug, Beschiss, Makler, Gutachter, usw. usw. Auch die Anleitungen „Worauf muß ich achten, wenn ich ein Schiff kaufe“ kann man eigentlich vergessen. Die sind eher so geschrieben, daß dann keiner kommen kann und sagt: „Ich hab mein Schiff nach Eurer Anleitung gekauft und bin auf die Nase gefallen“.

Meiner Meinung nach sollte man ein paar Jahre auf verschiedenen (älteren) Schiffen gechartert haben. Und ganz wichtig! Wenn was nicht geht, dann nicht gleich den Vercharterer anrufen oder aufgeben, sondern versuchen zu reparieren, mit dem was an Bord oder im nächsten Hafen besorgbar ist. Damit baut man sich schon mal ein gewisses Grundverständnis über die Funktion der Komponenten auf einem Schiff auf.

So bin ich dann nach Hamburg und habe meinen Gutachter (Claudi) mitgenommen. Ich wusste, daß ich vor allem auf das technische schauen werden, aber Claudi wohl ihren Blick auf das Gesamtpaket haben wird und was man draus machen könnte. In der Halle angekommen, hat mich auf Anhieb der Zustand des Rumpfes begeistert. Obwohl der nur gereinigt war, befand sich dieser in einem wirklich guten Zustand. So haben wir dann für 2 Stunden in alle möglichen Luken und Kisten geschaut, auch Dinge die man erneuern sollte wurde besprochen. Mast und Segel hab ich nicht gesehen, da die Segel aber neu mussten, musste ich das auch nicht. Wie dem auch sei, das Schiff ist alt, gepflegt und wichtige Teile wurden erneuert (Diesel- und Wassertank, Wasserfänger aus Edelstahl etc. pp.), aber es wurde nur wenig modernisiert. Das war mir aber egal, da ich sowieso wusste, wenn ich über den Atlantik will, dann muß ich da einiges anpassen.

Also habe ich dann lange mit Claudi drüber geredet und am 02. November dem Kauf zugesagt. Also kein Probeschlag und so weiter: Bauchgefühl – kann man sich mehr verlassen, als man glaubt!

So habe ich am, 02.12.2016 den Kaufvertrag unterschieben und das Schiff dann im April 2017 von Hamburg abgeholt. Am 12.06.2017 (mein Geburtstag!) habe ich dann die Eintragung vom Schiffsregister bekommen, daß ich nun alleiniger Eigner bin, das Schiff mir gehört und ich die bundesdeutsche Flagge fahren darf.

Seit dem trägt das Schiff den Namen „Selene“, die Mondgöttin der griechischen Mythologie:

Selene

(Quelle: Wikipedia)
Ich habe diesen Namen gewählt, weil ich sehr gern bei Nacht segle. Es gibt noch einen weiteren Grund, aber den behalte ich für mich 😉

Die oben im Text schon leicht anklang: Ich habe das Schiff gekauft, da ich seit ein paar Jahren eine längere Auszeit plane, in der ich in die Karibik segeln möchte – und natürlich wieder zurück! Als Start ist der 15.08.2019 angesetzt. Etwa 1,5 Jahre lang habe ich das Vorhaben einhand geplant, mir aber immer die Option offen gehalten auch zu zweit zu fahren, was auch dann so wurde, als ich Claudi kennen gelernt habe – aber das ist eine Geschichte für später.

Aus diesem Grund ist dieser Blog entstanden, in dem ich das Vorhaben vom Punkt Null dokumentieren möchte. Deshalb sind die ersten Beiträge auch sehr technisch und haben viel mit den Umbauten zu tun, jedoch wird sich der Blog immer mehr mit dem eigentlichen Segeln beschäftigen.

Natürlich habe ich auch vor die 12..14 Monate Atlantik möglichst lückenlos zu dokumentieren – so wie es die Internetverbindung zulässt.

Falls jemand sich für das Vorhaben interessiert, der kann sich gern hier im Newsletter eintragen. Ich schicke keine Newsletter, es gibt nur eine kurze Notifikation, wenn ich einen neuen Beitrag einstelle.

So Long,
Martin

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