Ab ins Winterlager

Moin!

Nachdem wir noch mal rund Usedom gefahren sind, Schritt der Oktober weiter voran. Naß, kalt und windig. Eben Herbst ;/

Zudem war ich schon interessiert, wie mein Kiel so aussieht, nachdem ich das Schiff bei der letzten Fahrt ca. 1km vorsichtig durch den Schlick geschoben habe. Da die neue Hauptwindrichtung nach DIN ISO anscheinend nun Süd ist, war in der südlichen Ostsee dieses Jahr eigentlich immer Niedrigwasser.  So kam es, daß wir schon ziemliche Probleme hatten Nachts nach Lassan (im Peenestrom) in den Hafen zu kommen, da es überall einfach nur wahnsinnig flach ist. Das größere Problem war: Über Nacht drehte der Wind noch mal auf – natürlich aus Süd – und der Wasserstand sank noch mal 20cm, sodaß mein Tiefenmesser nur noch 1,40m anzeigte.

Nun gab es 3 Möglichkeiten:

1: Chef anrufen noch einen Tag länger frei machen – die Option hab ich dieses Jahr schon zu oft strapaziert

2: Mit dem Taxi (es war Feiertag), nach Ueckermünde und dann am Wochenende wieder an die See, irgendwie nach Lassan kommen und das Schiff in den Heimathafen bringen – das ist wohl eine recht zeitaufwändige und teure Option

3: Versuchen das Schiff vorsichtig bis zur Ansteuertonne (ab da „sollte“ es 1,90m tief sein) von Lassan durch den Schick zu schieben und im Winterlager neues Antifouling auf den Kiel streichen.

Also wurde es Option 3, die auch funktioniert hat.

Wie dem auch sei, Montag Abend gegen 20 Uhr bekomme ich einen Anruf, daß mein Schiff am Mittwoch 9:30 Uhr aus dem Wasser könnte.

Uff – das ist aber ganz schön enge.

Also bin ich am Dienstag auf Arbeit und habe 1,5 Tage frei genommen, um das Schiff aus dem Wasser zu bekommen. Natürlich musste die ganze Segelanlage noch ab und das Rigg zum Mast heben vorbereitet werden (Großbaum ab, Kabel lösen, etc pp.). Zu dem habe ich schon angefangen das Schiff winterfest zu machen und das Deck und die Backskisten mal zu reinigen, was dank Hochdruckreiniger recht leicht ging.

Am nächsten Tag folgte sogleich mein allererstes Einhand Ablegemanöver, was ohne Kratzer und Fluchen von statten ging. Zwei Kaffee später war ich angekommen und habe mit den Jungs von der Werft sogleich den Mast gelegt.

Auch das Kranen lief mit professioneller Ruhe ab und kurze Zeit später stand die Selene in der Halle.

Im Nachhinein bin ich ganz froh das Schiff schon Anfang Oktober aus dem Wasser geholt zu haben. In Kombination mit den Hallenplatz waren mir damit die ersten Herbststürme relativ egal.

Ich habe auch dazu mal ein kleines Video zusammen geschnippelt:

 

Nun können die großen Umbauarbeiten beginnen! Gestartet wird mit einem Wasserstandsmeßgerät für die Bilge, der Verkabelung im Mast und der Küche. Die todo Liste ist lang .. und der Winter kurz.

Dazu später aber mehr 😉

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