Unterwasserschiff – Teil 4 von 5

Nun gut, dann wird das der vorletzte Teil der Aktion.

Zum Lackieren wollte ich mir etwas mehr Zeit nehmen. Deshalb habe ich gleich eine ganze Woche Urlaub genommen und eine Ferienwohnung gemietet. Die Aktion sollte sowieso eine Art „Arbeitsurlaub“ werden, da gewisse Wartezeiten zwischen den einzelnen Schichten nötig sind.

Als erstes mußte das Ruder raus – jedenfalls so weit wie möglich. Zwischen Ruder und Rumpf wäre sonst zu wenig Platz zum Lackieren. Das hat auch den Vorteil, daß ich mir mal die Lager und vor allem die Wellendichtung des Ruderschafts anschauen kann. Gerade letzteres sollte sich als eine gute Idee herausstellen.

Nach einem mittleren Kampf mit den Schauben des Ruderquadranten konnte ich das Ruder endlich absenken. Der Schaft schaut noch gut aus – ist also nicht eingelaufen. Ist alles nur recht trocken und fettarm. In dem Zuge fiel mir auch gleich die Platte mit dem Simmerring für die Abdichtung des Ruderschafts in die Hand. Eingebaut war ein normaler Ring aus NBR (Nitril Butylgummi) mit Stahlfeder? Da die Feder immer im Kontakt mir Salzwasser ist, hatte sich Neptun das Ding schon lange abgeholt. Ähnlich sieht es auch mit dem Stahlring aus, der dem Simmerring eigentlich Stabilität geben soll. Da kommt definitiv ein Ring aus FKM (Fluorkautschuk) mit Niro- (korrosionshemmend) Feder rein.

 

Ich habe zudem noch zwei Risse gefunden. Sollte nichts tragendes sein – Der Ruderschaft ist unten über ein Rohr etwas verdickt, um verschleißfester zu werden. Das ist oben nur über zwei Schweißpunkte fixiert. Entweder ich lasse das so, ober nehme mal mein Schweißgerät mit …

Damit war der Samstag vormittag auch schon herum und Selene bereit für das VC Tar2. Vorher gab es jedoch noch einen Pflichttermin: Die Verabschiedung der GoodFellow. Marko, Claudia und ihre beiden Kinder Luise und Juliane bereiten nun schon seit 4 Jahren ihre Atlantikrunde vor und am 16.07. sollte der Startschuß fallen!

Gute Reise!

Wer die Reise verfolgen möchte, den kann ich nur auf ihren Blog verweisen: https://sailing-goodfellow.de

Es folgte ein gemütlicher Abend mit einigen Bierchen, Essen und Seemannsgarn.

Marko – der Skipper

Ich hätte gern schon Sonntag mit dem VC Tar2 angefangen, wollte jedoch nicht zu sehr im (Sommer-)Lager nerven. Also ging es erst Montag los. Erste Schicht: Schwarz:

Dienstag wurden gleich 2 Schichten fertig: Weiß und dann wieder Schwarz.

Nun gab es 2 Optionen: Entweder anfragen, ob ich Mittwoch (da ist normalerweise geschlossen) ans Schiff kann, oder am Donnerstag schleifen. So habe ich am Mittwoch in gut 4h die letzte Schicht aufgebracht.

Donnerstag folgte leider ein Tag Zwangspause, was mich schon geärgert hat. Ich hatte noch dies und das zu tun und war erst gegen 11 Uhr am Lager. Ans Schiff hat man mich, mit dem Verweis auf die Öffnungszeiten (bis 12 Uhr), nicht gelassen… So richtig verständlich war das für mich zwar nicht .. aber naja – Nach 2x Atlantik braucht es schon etwas mehr.

Also ging es Freitag weiter. Da ich da auch schon um 12 Uhr Schluß machen musste, habe ich nur Kleinkram gemacht, Aufgeräumt und diverse Dinge nachgemessen, um zu Hause weitere Vorbereitungen treffen zu können.

Ich hätte gern etwas mehr an Selene gemacht, da es aber in der Woche auch in Ueckermünde drückend warm war, wurde der Rest mit Urlaub – im Sinne von Entspannung – aufgefüllt. Ich bin zum Beispiel zum ersten Mal von Land aus im kleinen Haff baden gewesen 😉

Was bleibt noch übrig?

  • Alles noch mal glatt schleifen
  • 1..2 Schichten Antifouling drauf
  • die Stellen bearbeiten, wo sich die Stützen befinden
  • Wasserpaß besser säubern
  • Rumpf entgilben
  • Rumpf polieren
  • Fenster besser eindichten
  • weiche Stellen im Deck reparieren
  • Schweißpunkte am Ruder reparieren
  • Abdichtung Ruderschaft erneuern
  • ein paar Kleinigkeiten an der Trinkwasseranlage
  • Anschluß des Hauptschalters ändern
  • Beleuchtung (LED Leisten im Schiff) umbauen
  • Ankeranlage (vor allem die Kette) mal genau untersuchen
  • neue Opferanoden

Wie schon angedeutet: Was ich leider überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, sind die Sommeröffnungszeiten des Lagers, in dem Selene untergebracht ist. Im Winter kann man locker bis 16 .. 17 Uhr ans Schiff. Im Sommer liegen die Öffnungszeiten regulär nur Mo., Di., Do. und Fr. je von 8-12 Uhr. Mehr geht nur über Kompromisse. Wenn ich so auf meine Selene-ToDo Liste und meinen Resturlaub schaue, ist das unter diesen Rahmenbedingungen nicht schaffbar und eine andere Lösung muß her. Wie diese aussehen wird, muß ich mir erst mal selbst überlegen. Vermutlich kommt dazu noch etwas im nächsten Beitrag. Im Moment liegt diese Idee nur als ein Berg an Zetteln auf meinem Tisch 😉

So Long,

Martin

Eine Antwort auf „Unterwasserschiff – Teil 4 von 5“

  1. Hallo Martin und recht vielen Dank, daß du deine Beiträge so fortsetzt, Ich finde die Ausführungen recht interessant und verständlich.
    Vom Stand der Dinge her kann es ja nun bald wieder losgehen,
    Oder ???
    Bleib schön gesund und sei herzlich gegrüßt von Hannes und Rosi
    (Opa und Opa) !

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