Kurze Visite am Schiff

Es sollte noch mal etwas frischer (unter 0°C) werden, also wurde es noch mal Zeit Selene zu besuchen.

Um richtig was zu machen, reichte die Zeit leider nicht. Es war ein Samstag und ich hatte nur 3 Stunden Besuchszeit. Das wichtigste waren die Akkus und die Trinkwasseranlage.

Genauer: Akkus laden und Trinkwasseranlage leerpusten 🙂

Ich habe diese Arbeiten schon x mal gemacht und deshalb waren diese Sachen auch schnell erledigt. Ich denke mal es geht in Ordnung, daß ich es weder gefilmt noch endlos kommentiert habe.

Weiter im Text:

Klemmung – Antriebswelle
Wellendichtung mit Ansaugmuffe vom Turbolader (blau) – hat über 2 Jahre problemlos gehalten!

Aufgrund der wenigen Zeit habe ich dann noch überlegt, was noch schaffbar ist. Die Wahl fiel auf die Welle und das Wellenlager. Das Ding ist erst zwei Jahre eingebaut, wurde vielleicht 1 Jahr benutzt und hat mich damals satte 625 EC (208,73 €) auf Carriacou gekostet. Der heutige Preis in Deutschland liegt bei 47,95 € – ich könnte mich immer noch darüber Ärgern. Etwas eigenartig finde ich die kurze Lebensdauer des Teils. Eigentlich sollte das schon 5 Jahre halten.

So hell ist es in der Halle (wenn man eine Lampe an hat)

Der Ausbau der Welle war schnell erledigt. Ich werde auf jeden Fall mal schauen, ob das Teil noch rund läuft. Mittlerweile ist das Ganze auch schon recht eingelaufen und man könnte mal über Ersatz nachdenken. Leider sind die Teile sehr teuer und man muß bei einer Welle 1500 mm x 30 mm schon mit 400 € rechnen. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch ein Segelboot – wozu braucht man da einen Propeller? 😉

Die nächste Sache war die gebrochene Rolle, wegen welcher ich vor Carriacou unter Segeln auf den Mast durfte. Naja – das Problem war nicht die defekte Rolle, sondern das Fall, welches von der Nachbarrolle gesprungen war. Im Nachhinein könnte man fast denken, das Schiff hätte damals versucht mich davon abzuhalten, dahin zu fahren. Der Mastkopf war relativ schnell gezogen, aber der Bolzen brauchte viel Überredungskunst, bevor er sich dazu bewegen ließ, auch nur einen Millimeter zu rutschen. Seit der Reise habe ich jedoch eine schier unendliche Geduld und löse das Problem ohne Meckern oder Fluchen 🙂 Im Prinzip ist es aber auch gut so. In der Karibik musste ich hier und da etwas pfuschen, denn es gab einfach keine andere Lösung.

Masttop mit Holzstab, den ich auch Carriacou reingekloppt habe
zerbröselte Rolle (ich hatte Dirk und Großfall schon getauscht)
„ganze“ Rolle mit ausgeleiertem Loch

Neben den Bröseln der defekten Rolle habe ich nun auch ein intaktes Teil. Die Bohrung ist zwar völlig ausgeleiert, aber das ist kein Problem. Vor der Reise hatte ich schon überlegt mich mal in das Thema 3D Druck einzuarbeiten, leider war damals keine Zeit dazu. Diese habe ich nun zur genüge und es gibt mittlerweile auch eine schicke Zeichnung davon. Ich könnte das Teil selbst drehen, habe jedoch eine gute Firma gefunden, welche Kleinteile für Privatleute dreht und fräst – und das für einen fairen Preis.

Ja – das wars auch schon. Nichts mehr mit endlosen Beiträgen und ewig langen Videos 🙂 Ich hoffe es geht in Ordnung, wenn ich in Zukunft hin und wieder mal was kurzes darüber schreibe und filme, wie ich Selene wieder schick mache. Im Moment ist das Schiff leider nicht mehr Priorität Nummer eins – dazu gibt einfach zu viele Nebenkriegsschauplätze. Ich werde jedoch versuchen die Kleine dieses Jahr soweit zu bekommen, daß ich in der Saison 2023 wieder segeln kann. Ich denke mal, der Berg an Wartungsarbeiten ist eine simple Fleißaufgabe. Das wird dauern, denn ich werde diese ganzen Dinge wohl komplett alleine machen müssen.

Interessanter wird der Umbau auf ein richtiges Einhand-Segelboot, damit ich damit völlig unabhängig unterwegs sein kann. Das hatte ich in der Karibik versucht und wieder verworfen, denn es wäre zu teuer geworden. Hier habe ich dazu völlig andere Möglichkeiten. Das ist übrigens auch ein Grund für die 3D Drucker. Damit kann man sehr gut Probeteile anfertigen, um Funktion und Passgenauigkeit zu prüfen, was gerade am Mast nötig werden wird.

So long,

Martin

Ach ja: Video! 😉 Viel Spaß beim anschauen

12 Antworten auf „Kurze Visite am Schiff“

  1. Hallo Martin
    Die Wartungsarbeiten an unserer Tonga sind erledigt.Am Wochenende geht es aufs Haff und dann in die Lagunenstadt.
    Bei Deinem nächsten Selene Besuch bist Du auch bei uns ein gern gesehener Gast.
    LG Wir Beede

  2. Hey Martin,
    Schön von dir zu hören/lesen…
    LG aus dem nördl. Ruhrgebiet.
    Ich hoffe, wir treffen uns bald mal wieder, vielleicht bei einer Wanderung!?

    Wolfgang

    1. Es muss nucht aug sen Azoren sein.
      Ich bin ab Ende Mai Pensionist und habe Zeit an vielen Orten zu wandern, vielleicht auch im Bereich Freiberg ;-))

  3. Hallo Martin,
    magst du die Firma für die Dreh- und Frästeile nennen (wenn die nix dagegen haben)?
    Kann man ja auch in anderen Bereichen gut gebrauchen.

    1. Moin Nils,
      natürlich – ist gar kein Problem.
      Um ehrlich zu sein, habe ich die Firma damals über einen Tipp im mz-forum gefunden:

      Ist Metallbau Bahro, Kontakt: martin.bahro@metallbaubahro.de

      Mit Martin kann man sehr gut reden, er fertigt Teile auch nach Paint Zeichungen, oder nach Zusendung verschlissenser Teile. Man sagt einfach wie der Einsatzzweck ist (bei mir immer: Salzwasser) und er schlägt etwas vor. Man kann auch Material hinschicken oder er bestellt etwas. Auch Wünsche wie: Kannste da mal eine Messing / Bronzebuchse machen – geht alles. Wenn er was nicht kann, oder es zu kompliziert / teuer wird, dann sagt er es auch. Wenn Du meine älteren Beiträge kennst: Er hat z.B. auch meinen Lümmelbeschlag gemacht (den Achim geschweißt hat) – also Neu gebohrt, Buchsen rein und die ganzen Zwischenscheiben angefertigt. Hat 2x den Atlantik gehalten 😉

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