{"id":1391,"date":"2019-07-22T21:18:22","date_gmt":"2019-07-22T20:18:22","guid":{"rendered":"https:\/\/martin-kuettner.de\/?p=1391"},"modified":"2019-07-23T12:28:00","modified_gmt":"2019-07-23T11:28:00","slug":"pflaster-pillen-und-penicillin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/martin-kuettner.de\/?p=1391","title":{"rendered":"Pflaster, Pillen und Penicillin"},"content":{"rendered":"<p>Noch drei Wochen bis wir die Leinen los werfen \u2013 Zeit also, auch das Thema rund um die medizinische (Notfall-) Versorgung endlich abzuschlie\u00dfen. Da Martin im Gegensatz zu mir, nicht wirklich einen Faible f\u00fcr Medizin hat (&#8222;&#8230;. Ohrr n\u00f6, da kann ich echt nicht hinguckn!&#8220; ), war schnell klar, dass ich mich um die Ausstattung der Bordapotheke und des Erste-Hilfe-Koffers k\u00fcmmern werde. An dieser Stelle m\u00f6chte ich gleich vorab ein herzliches Dankesch\u00f6n an Miri und Thoralf f\u00fcr eure ausgiebige Beratung, eure Zeit und Geduld beim Zusammenstellen der Bordapotheke platzieren! Ohne Euch w\u00fcste ich z.B. nicht, wie man eine Flex\u00fcle ohne Schaden in ein Trinkr\u00f6hrchen einf\u00fchrt \ud83d\ude09<\/p>\n<figure id=\"attachment_1394\" aria-describedby=\"caption-attachment-1394\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche.jpg\"><noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1394 size-large\" src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-1024x682.jpg\" alt width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-300x200.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-768x512.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\"><\/noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1394 size-large lazyload\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20350%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20350%22%3E%3C%2Fsvg%3E 525w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\" data-srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-300x200.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-768x512.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche.jpg 1772w\" data-src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamente-und-Erste-Hilfe-Tasche-1024x682.jpg\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1394\" class=\"wp-caption-text\">griffbereit nach Erkrankung\/Notfall verstaut; Medikamenten-Koffer und Erste-Hilfe-\/Verbands Tasche<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Vor der Zusammenstellung der Bordapotheke stand eine ausgiebige Web-Recherche. Entsprechende Vorschl\u00e4ge und Listen zu empfohlenen Wirkstoffen und medizinischen Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden\/ Hilfsmitteln finden sich nat\u00fcrlich unz\u00e4hlige im Netz. In Abh\u00e4ngigkeit vom Segelrevier, der Dauer des T\u00f6rns und der Crew-St\u00e4rke sowie dem Alter der Besatzung unterscheiden sich die Empfehlungen selbstverst\u00e4ndlich ganz erheblich und reichen von der Minimalausstattung (Schmerzmittel, Pflaster, Verband) bis zur Vollausstattung vergleichbar derer von Lazarett-Schiffen. Bei aller Recherche und Vergleich der unterschiedlichen Empfehlungen landet man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter jedoch fast unausweichlich bei dem Buch \u201eMedizin auf See\u201c, welches sich &#8211; wie ich finde &#8211; nicht ohne Grund als eine Art Standartwerk f\u00fcr die medizinische Notfallversorgung auch f\u00fcr (Blauwasser-) Segler etabliert hat. Das Buch gibt einen guten \u00dcberblick zu m\u00f6glichen Krankheitsbildern bzw. Unfallsituationen, die M\u00f6glichkeiten zur Erstellung einer halbwegs sicheren Diagnose und den anschlie\u00dfenden Behandlungsschritten bzw. anzuwendenden Medikamenten\/Wirkstoffen. OK, bei dem Kapitel \u201eAmputationen am Kopf\u201c\u2026 whaaat!!! war ich dann auch raus. Dennoch kann ich nur jedem empfehlen, sich das zugegeben umfangreiche Buch in Ruhe einmal durchzulesen, zweimal kann auch nicht schaden. Auch wenn der Aufbau des Buches so gestaltet ist, dass man in einer Unfallsituation schnell eine entsprechende Anleitung zu den notwendigen Behandlungsschritten findet, gebe ich mich nicht der Illusion hin, dass ich mich bei Eintritt einer Notfallsituation erst mal in Ruhe hinsetze und beginne, im Buch das entsprechende Kapitel durch zu arbeiten.<\/p>\n<p>A apropos Illusion: ein Gro\u00dfteil der f\u00fcr Langfahrten empfohlenen Wirkstoffe und Medikamente unterscheidet sich kaum von den Mittelchen, die wahrscheinlich jeder zu Hause hat oder von seinem Arzt irgendwann einmal verschrieben bekam. Dazu z\u00e4hlen u.a. die g\u00e4ngigen Schmerzmittel (ASS, Paracetamol, IBU), Mittel gegen Fieber, Husten, Schnupfen, Allergien, Magen-Darm-Probleme (wie \u00dcbelkeit, Erbrechen, Schwindel) sowie Gels und\/oder Salben mit zum Teil antiseptischer Wirkung f\u00fcr (stumpfe) Verletzungen, Prellungen, Verbrennungen, Juckreiz. Die Wirkstoffe sind gr\u00f6\u00dftenteils bekannt und die Anwendung eigentlich kein Hexenwerk. Anders sieht es bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten und vor allem den medizinischen Hilfsmitteln aus. Es versteht sich von selbst, dass die Anwendung von z.B. Antibiotika ohne eine entsprechende medizinische Indikation sowie Beratung vor Ort oder \u00fcber Seefunk nicht wirklich hilfreich ist. Hat einer der Bordmitglieder eine medizinische Ausbildung, sieht die Sache nat\u00fcrlich anders aus. Zur Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen bzw. massiven Unfallverletzungen ist die Mitnahme von verschiedensten medizinischen Hilfsmitteln notwendig. Diese reichen von Pflastern, Verb\u00e4nden, Kompressen, Desinfektionsmittel, \u2026 (\u00e4hnlich wie im KFZ-Sanikasten) \u00fcber Skalpelle, Einwegspritzen, Klammerger\u00e4t, Kan\u00fclen, Stethoskop, Beatmungsmaske, Nahtmaterial \u2013 die Ausr\u00fcstungsliste kennt hier wie die Medikamentenliste nach oben ebenfalls fast keine Grenze. Ohne Frage, z.B. Skalpelle und Kan\u00fclen\/Flex\u00fclen stellen weder eine enorme finanzielle Belastung dar oder sprengen sie die maximale Zuladung des Schiffes. Jedoch bezweifle ich, dass ein Laie (wie wir beide) in der Lage w\u00e4re, einem verletzten Crewmitglied auf offener See bei Windst\u00e4rke 5 eine Kan\u00fcle zu legen oder eine klaffende Wunde zu vern\u00e4hen, ohne dabei noch gr\u00f6\u00dferen Schaden anzurichten.<\/p>\n<p>Kurz um: f\u00fcr die Zusammenstellung der Bordapotheke sowie des Erste-Hilfe-Koffers habe ich mich weitestgehend an die Empfehlungen meiner Apothekerin Miri und ihrem Arzt-Gatten Thoralf gehalten sowie an den Vorschl\u00e4gen anderer Langfahrtsegler und der einschl\u00e4gigen Literatur orientiert. Dar\u00fcber hinaus habe ich f\u00fcr uns eine Abw\u00e4gung im Sinne einer Risikoeinsch\u00e4tzung getroffen, die u.a. unserer beiden <strong>Krankheitsbilder der letzten Monate\/Jahre<\/strong> an Land und auf See, den <strong>m\u00f6glichen Unfall- und Verletzungsquellen<\/strong> auf dem Boot, das <strong>zeitliche Verh\u00e4ltnis von \u201eSegeln in Landn\u00e4he\u201c und \u201eSegeln auf offener See\u201c<\/strong> und nicht zu Letzt der medizinischen Versorgung sowie typischen\/m\u00f6glichen Erkrankungen entlang unserer <strong>geplanten Reiseroute<\/strong>, beinhaltet.<\/p>\n<p>Demnach sind wir beide eigentlich kerngesund, haben weder Allergien noch bekannte Unvertr\u00e4glichkeiten oder (chronische) Vorerkrankungen, selbst Seekrankheit ist f\u00fcr uns beide bisher kein Thema. Daher haben wir z.B. auf Medikamente rund um das Thema Herzerkrankungen\/Herzrhythmusst\u00f6rung sowie Medikamente wie Salbutamol- und Asthmasprays, Schlaf- und Beruhigungsmittel verzichtet. Abgesehen von den \u00fcblichen saisonalen Erk\u00e4ltungsbeschwerden und kleineren Wehwehchen geht es uns &#8211; Gott sei Dank- gesundheitlich sehr gut und wir gehen erst mal davon aus, dass es auch so bleibt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1392\" aria-describedby=\"caption-attachment-1392\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde.jpg\"><noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1392 size-large\" src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-1024x878.jpg\" alt width=\"525\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-1024x878.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-300x257.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-768x658.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde.jpg 1489w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\"><\/noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1392 size-large lazyload\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20450%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt width=\"525\" height=\"450\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20450%22%3E%3C%2Fsvg%3E 525w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\" data-srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-1024x878.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-300x257.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-768x658.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde.jpg 1489w\" data-src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-Marin-mitnehmen-w\u00fcrde-1024x878.jpg\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1392\" class=\"wp-caption-text\">was Martin mitnehmen w\u00fcrde &#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Unfall- und Verletzungsrisiko auf einem Schiff ist dagegen ein komplexeres Thema. Es beginnt bei`m kleinen \u201eAua\u201c wie Prellungen, kleine Schnittverletzung, Schiefer eingezogen, Fu\u00dfzehe eingerannt, Erk\u00e4ltet oder m\u00f6glicherweise einer leichten \u00dcbelkeit und Kopfschmerzen nach einem feucht-fr\u00f6hlichen Abend mit den Bootsnachbarn. Gravierender und somit auch einschneidender f\u00fcr den Bordalltag, besonders bei kleinen Crews, sind definitiv Unf\u00e4lle wie St\u00fcrze, die Zerrungen, Quetschungen, Luxation, (offene) Br\u00fcche oder m\u00f6gliche Kopfverletzungen nach sich ziehen. Verbrennungen (in der Komb\u00fcse oder beim Festhalten einer ausrauschenden Schot, schlimmstenfalls bei Feuer an Bord), Vergiftungen (durch Lebensmittel, Kohlenmonoxid), \u00dcbelkeit, Durchfall und Erbrechen mit einer nachfolgenden Dehydrierung, Verletzungen der Augen, Infektionen und nicht zu Letzt Unterk\u00fchlung nach einem Sturz von Bord stellen eine ernsthafte Notfallsituation an Bord dar und k\u00f6nnen im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden. Die notwendigen Behandlungsma\u00dfnahmen richten sich in so einem Fall grunds\u00e4tzlich nach der Schwere des Krankheitsbildes (ist der Verunfallte ansprechbar, Puls, offene Verletzung, Infektionsrisiko,\u2026) sowie dem aktuellen Standort auf See bzw. der N\u00e4he zur K\u00fcste oder anderen Schiffen. F\u00fcr die beschrieben jedoch unvollst\u00e4ndigen und beliebig erweiterbaren Szenarien ist unsere Bordapotheke sowie der Erste-Hilfe-Koffer soweit ausgestattet, dass sowohl eine Notfallversorgung mit medizinischer Unterst\u00fctzung z.B. \u00fcber Funk sichergestellt werden kann, als auch den Verunfallten bis zum Eintreffen von Hilfe zu stabilisieren und eine Verschlimmerung des Zustandes verhindert wird. Mehr kann und sollte nach meinem Daf\u00fcrhalten die Notfallausr\u00fcstung nicht leisten, da wir beide (Martin und ich) auf Grund der fehlenden Vorkenntnisse bzw. Erfahrungen ebenfalls zu nicht mehr im Stande w\u00e4ren. Auch wenn die NaCl-L\u00f6sung zur Not subkutan verabreicht werden kann, die Gabe von Antibiotika \u00fcber Funk gekl\u00e4rt, ein verstauchter Fu\u00df oder ein gebrochener Finger an Bord geschient werden kann, gibt es eine Vielzahl von Verletzungen, die wir nicht behandeln im Sinne von (aus)therapieren k\u00f6nnten. Welcher Laie w\u00fcrde es sich auch zutrauen auf einem schaukelnden Schiff eine Schulter einzurenken oder einen Splitter aus dem Auge zu operieren \u2026<\/p>\n<p>Mal abgesehen von den 4 gr\u00f6\u00dferen Mehrtages- bzw. Mehrwochen-Schl\u00e4gen (Kapverden \u2013 Karibik, Karibik \u2013 Bermudas, Bermudas \u2013 Azoren, Azoren \u2013 \u00c4rmelkanal) f\u00fcr die wir insgesamt ca. 8,5 \u2013 11 Wochen veranschlagen und den beiden Wochent\u00f6rns auf die Kanaren sowie die Kap Verden mit jeweils ca. 1 bis maximal 1,5 Wochen Dauer, verl\u00e4uft unsere Route weitgehend in K\u00fcsten- bzw. Inseln\u00e4he. Das hei\u00dft, von den insgesamt geplanten 13 Monaten werden wir etwa dreiviertel der Zeit nicht weiter als einen Tagest\u00f6rn (150 sm) vom n\u00e4chsten Hafen entfernt sein. Dadurch ist es schon verlockend zu sagen: \u2026warum soll man dann eine so umfangreiche Notfallausr\u00fcstung dabei haben? Wie gro\u00df ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich z.B. eine Bronchitis mitten auf dem Atlantik bekomme oder dass ich mir ausgerechnet in diesen drei von insgesamt 60 Wochen den Arm breche, eine Wurzelentz\u00fcndung bekomme oder ich von Durchfall und \u00dcbelkeit geplagt werde?<\/p>\n<p><\/p><figure id=\"attachment_1395\" aria-describedby=\"caption-attachment-1395\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen.jpg\"><noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1395 size-large\" src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-1024x645.jpg\" alt width=\"525\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-1024x645.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-300x189.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-768x484.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\"><\/noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1395 size-large lazyload\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20331%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt width=\"525\" height=\"331\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20331%22%3E%3C%2Fsvg%3E 525w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\" data-srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-1024x645.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-300x189.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-768x484.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen.jpg 1772w\" data-src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/was-wir-mitnehmen-1024x645.jpg\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1395\" class=\"wp-caption-text\">v.L.n.r.&nbsp;&nbsp; [1] bei \u00dcbelkeit\/Erbrechen\/Durchfall&nbsp; [2] diverse Schmerzmittel&nbsp;&nbsp; [3] Antibiotikas&nbsp;&nbsp; [4] sonstige Erkrankungen\/Beschwerden<\/figcaption><\/figure>Erstens: der Teufel ist ein Eichh\u00f6rnchen, d.h. sowas passiert immer unerwartet und zur Unzeit!\n<p>Zweitens: weil das Verletzungs-\/Unfallrisiko offshore zwar nicht zwangsweise gr\u00f6\u00dfer ist als onshore, jedoch die Notwendigkeit auch bei schwierigen Bedingungen mehrere Tage auf See durchzuhalten das Unfallrisiko insgesamt erh\u00f6ht. Schwere See, m\u00f6glicherweise Sturm und dadurch bedingten Schlafmangel sowie wenig Zeit zum Essen\/Trinken lassen die Konzentration sinken, was wiederum zu Unachtsamkeit und Unf\u00e4llen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Drittens: auch wenn es mittlerweile beeindruckende Rettungs-Szenarien gibt (z.B. die beiden im Atlantik verunfallten Segler, die nach einem Brand an Bord \u00fcber die amerikanische Coastguard in Zusammenarbeit mit Bremen-Rescue innerhalb eines Tages geborgen werden konnten), kann es im schlimmsten Fall auch mehrere Tage dauern, bis Hilfe eintrifft oder man die n\u00e4chste K\u00fcste erreicht.<\/p>\n<p>Viertens: wie schnell eine bakterielle Infektion und der in diesem Fall nicht ausreichenden\/falschen\/zu sp\u00e4ten Behandlung mit dem richtigen Antibiotika aus einer Mandelentz\u00fcndung eine Blutvergiftung mit drohendem Organversagen werden kann, hat Martin vor 2 Jahren erfahren m\u00fcssen. Mehrere Tage abzuwarten, bis man einen Arzt erreicht w\u00e4re in so einem Fall nicht nur d\u00e4mlich sondern grob fahrl\u00e4ssig. Mal abgesehen davon, dass einem z.B. mit einem Harnwegsinfekt so schon der Tag versaut ist\u2026<\/p>\n<p>F\u00fcnftens: anders als z.B. die Rettungsinsel oder die EPIRB, die man ehrlich gesagt auch nur dabei hat um sie letztendlich doch nicht verwenden zu m\u00fcssen, kann die medizinische Notfallausr\u00fcstung nat\u00fcrlich auch zur Hilfe bei Notrufen oder Notf\u00e4llen anderer Segler\/Seefahrer dringend ben\u00f6tigt werden. Die Vorstellung, einen Notruf einer Yacht auf dem Atlantik zu erhalten und den Verunfallten\/Erkrankten au\u00dfer mit einem B\u00e4rchen-Pflaster und Aspirin nicht wirklich weiterhelfen zu k\u00f6nnen, ist nicht gerade befriedigend. Man w\u00fcrde es ja selber auch anders erhoffen, wenn ein Notfall eintritt.<\/p>\n<p>Sechstens und Letztens: Die geplante Atlantikrunde f\u00fchrt uns zu gro\u00dfen Teilen durch europ\u00e4ische Gew\u00e4sser bzw. K\u00fcstengebiete. Selbst einige Inseln der Karibik geh\u00f6ren bzw. geh\u00f6rten als franz\u00f6sische oder (ehemalige) niederl\u00e4ndische\/britische \u00dcberseegebiete zu Europa. Um den medizinischen Standard mache ich mir hier keine gro\u00dfen Sorgen. Dazu z\u00e4hlen f\u00fcr mich ebenfalls die Bermudas sowie die Azoren. Der Yachttourismus hat hier in den vergangenen Jahren einen so hohen Stellenwert f\u00fcr die Wirtschaft erreicht, dass ich &#8211; trotz einiger belehrender Ermahnungen &#8211; davon ausgehe, hier eine \u00e4hnlich gute medizinische Versorgung vorzufinden, wie sie in Europa gegeben ist. Anders sieht es da m\u00f6glicherweise auf den Kap Verden und einigen der kleineren karibischen Inseln aus. Dennoch ist eine eigene umfangreiche Ausstattung mit den verschiedensten Medikamenten\/Wirkstoffen durchaus sinnvoll. Nicht weil ich Angst habe, dass ein entsprechend ben\u00f6tigter Wirkstoff gerade nicht vorhanden ist, sondern weil auch diese Dinge erst mal auf die Inseln importiert werden m\u00fcssen. F\u00fcr mich ist es einfacher (und auch fairer der Bev\u00f6lkerung vor Ort gegen\u00fcber), wenn ich dem Mediziner vor Ort erkl\u00e4re, was das Problem ist, was wir selbst dabei haben und er mir die notwendige Behandlung erkl\u00e4rt. Gleiches gilt f\u00fcr medizinische, sterile Hilfsmittel \u2013 und ja, vielleicht ist da doch so eine kleine diffuse Angst, dass gerade steril verpackte Dinge wie Kompressen, Spritzen, Skalpelle aus Germany besser sind als die vor Ort \u2026 etwas paranoid, ich wei\u00df.<\/p>\n<p>Zum Schluss noch ein Wort zu den Impfungen und Malaria: letztlich muss es jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden. Empfohlen wir vom Tropeninstitut bzw. RK-Institut die Impfung gegen Tollwut, Hepatitis, Typhus, Diphtherie und Tetanus. Die Gelbfieberimpfung ist f\u00fcr die Karibik (von Trinidad abgesehen) selbst nicht notwendig. Es kann allerdings zu Problemen bei der Einreise f\u00fchren, wenn man aus einem Gelb-Fieber-Risikogebiet kommt und keine Impfung nachweisen kann.<br>\nAuch f\u00fcr die Malariaprophylaxe gibt es keine eindeutige Empfehlung. Auf unserer Reiseroute liegt kein ausgewiesenes Malaria-Risiko-Gebiet, daher haben wir uns auch gegen eine vorsorgliche Prophylaxe entschieden. Moskitonetze sowie Repellentien (NoBite) sind nat\u00fcrlich dabei.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1393\" aria-describedby=\"caption-attachment-1393\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel.jpg\"><noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1393 size-large\" src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-1024x682.jpg\" alt width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-300x200.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-768x512.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\"><\/noscript><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1393 size-large lazyload\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20350%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20525%20350%22%3E%3C%2Fsvg%3E 525w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\" data-srcset=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-300x200.jpg 300w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-768x512.jpg 768w, https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel.jpg 1772w\" data-src=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/gut-verpackt-ist-es-gar-nicht-so-viel-1024x682.jpg\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1393\" class=\"wp-caption-text\">gut verpackt ist es dann gar nicht so viel<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Liste zu den an Bord befindlichen Medikamenten und zur Ausstattung des Erste-Hilfe-Koffers gibt\u2019s im Anhang. Die Hoffnung bleibt, nichts davon in den kommenden Monaten tats\u00e4chlich zu ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Medikamentenliste_Blog2.pdf\">download Medikamentenliste.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Erste-Hilfe-Koffer-Blog.pdf\">download Ausstattung Erste-Hilfe-Tasche.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch drei Wochen bis wir die Leinen los werfen \u2013 Zeit also, auch das Thema rund um die medizinische (Notfall-) Versorgung endlich abzuschlie\u00dfen. Da Martin im Gegensatz zu mir, nicht wirklich einen Faible f\u00fcr Medizin hat (&#8222;&#8230;. Ohrr n\u00f6, da kann ich echt nicht hinguckn!&#8220; ), war schnell klar, dass ich mich um die Ausstattung &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/martin-kuettner.de\/?p=1391\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ePflaster, Pillen und Penicillin\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1391","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-common"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1391","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1391"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1421,"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1391\/revisions\/1421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/martin-kuettner.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}